Seminare

WS 2002/2003
Freie Universität Berlin
Hauptseminar:
"Politische Theorien der Technikentwicklung"

Mit der zunehmenden Bedeutung teledigitaler Technologien der Informationsgesellschaft wird die Frage nach dem Verhältnis von Politik und technischer Entwicklung zu einer umfassenden gesellschaftspolitischen Frage. In der politikwissenschaftlichen Diskussion stehen dabei zumeist die Auswirkungen von neuen Technologien und die daraus resultierenden politischen Handlungserfordernisse im Vordergrund. Im Zentrum dieses Seminars stehen dagegen verschiedene Theorien der Technikentwicklung und damit das Thema der politischen Konstituierung von Technologien. Im ersten Teil der Veranstaltungen werden Konzeptualisierungen des Verhältnisses von Politik und technischer Entwicklung diskutiert (Determinierung der technischen Entwicklung durch Politik versus Technikdeterminismus). Im zweiten Teil wird am Beispiel der Telekommunikation - der zentralen Infrastruktur der Informationsgesellschaft - analysiert, wie die technologische Entwicklung heute politisch bestimmt wird. Dabei geht es darum, das implizite theoretische Verständnis des Verhältnisses von Politik und Technik zu analysieren, das sich in der Form der Umgestaltung der europäischen Telekommunikationsinfrastrukturen wie auch in der politikwissenschaftlichen Reflexion zeigt.

Seminarhomepage: www.techniktheorie.de

WS 1999/2000
Universität Innsbruck
Hauptseminar: “Was die Welt im Innersten zusammenhält.” - Gesellschaftstheoretische Entwürfe am Ende dieses Jahrhunderts

603.020, PS 2 Zuordnung: I, 1.2.3 Vertiefung

Inhalte:
Die Formen, gesellschaftliche Verhältnisse zu denken, zu analysieren und abzubilden, haben sich in diesem Jahrhundert vervielfacht. Mit dem rasanten und vielgestaltigen Wandel der Lebensverhältnisse vervielfältigen sich die sozialwissenschaftlichen Gesellschaftsbegriffe und -theorien, die den Anspruch erheben, entscheidende Aspekte dieser Veränderungen und der ihnen zugrunde liegenden Dynamik sichtbar und faßbar zu machen. Die Begriffsangebote von A wie Arbeitsgesellschaft bis W wie Wissensgesellschaft und die Theorieangebote von A – Z lassen sich bei aller Ausdifferenzierung jedoch wenigen gesellschafts- und wissenschaftstheoretischen Grundströmungen bzw. Paradigmen zuordnen, die die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts bestimmen:
- Die empirisch-analytischen Ansätze, die sich um den Kritischen Rationalismus und die Systemtheorie gruppieren;
- die kritisch-historischen Ansätze, die auf dem Marxismus - insbesondere in der Spielart der Kritischen Theorie – beruhen;
- sowie die neuen Ansätze, die sich auf Poststrukturalismus, Postmoderne und Dekonstruktion beziehen.

Vorgangsweise:
Im ersten Teil des Seminars werden anhand ausgewählter Texte die Prämissen und die methodologischen Grundannahmen der drei Strömungen untersucht.
Im zweiten Teil sollen daran anknüpfend aktuelle sozialwissenschaftliche Gesellschaftsbegriff auf ihre Prämissen und wissenschaftsmethodischen Vorannahmen hin untersucht. Analysiert wird, was die verschiedenen Prämissen und die jeweiligen methodischen Herangehensweisen der unterschiedlichen Strömungen für die konkrete Analyse der Herrschaftsverhältnisse bedeuten. Hier werden die verschiedenen Paradigmen und die auf ihnen beruhenden neuen Theorieangebote daraufhin gelesen, wie sich mit ihnen die Konstruktion, die Produktion und die Reproduktion von hierarchisch angeordneten Klassen, Geschlechtern und Rassen sichtbar machen lassen.

SoSe 1999
Hauptseminar
"Redaktionelle Arbeit in einer sozialwissenschaftlichen Zeitschrift am Beispiel der PROKLA"

Homepage PROKLA

WS 1996/1997
Übung "Wege in die Informationsgesellschaft"

 

SoSe 1996
Zwischen virtueller Realität und globaler Kommunikation

Internet, Datenautobahn, virtuelle Realität, Cyberspace und Künstliche Intelligenz sind populäre Begriffe geworden. Ziel des Seminars ist es, die unterschiedlichen Dimensionen der Veränderung durch diese 'Informatisierung' zu untersuchen. Was ist machbar und welche Leitbilder bestimmen die weitere Entwicklung und die Zukunftsvisionen der 'Informationsgesellschaft'? Die neuen Kommunikationsformen im Internet führen zu sozialen Beziehungen, in denen sich 'Nähe' nicht auf die räumliche oder zeitliche Entfernung bezieht, sondern auf die Zahl und Intensität der Beziehungen, die eine/n mit anderen verbinden. Soziale Beziehungen in den elektronischen Gemeinschaften des 'Kulturraum Internet' konstituieren sich über eigene symbolische Formen und haben spezifische Verhaltensregeln. In dieser Cyber-Vergesellschaftung werden darüberhinaus eigene Politikformen entwickelt. Im Zuge der weiteren Kommerzialisierung 'des Netzes' wird erwartet, daß auf virtuellen Märkten mit Cybergeld bezahlt wird und eine Vielzahl von Dienstleistungen über das Netz angeboten werden. Die Machtstrukturen im Netz wandeln sich im Zuge der Kommerzialisierung und werfen die Frage nach der politischen Regulierung bzw. der 'Marktregulierung' im Netz auf. Die euphorischen Visionen in Bezug auf die globale Kommunikation ignorieren vielfach die Macht- und Herrschaftsbeziehungen zwischen 'Erster Welt' und 'Dritter Welt' sowie die ökonomischen Interessen transnationaler Konzerne. Die gobale Vernetzung verändert die internationale Arbeitsteilung und führt zu einer Globalisierung von Dienstleistungen, aber auch von ExpertInnenwissen. In dem Seminar sollen die verschiedenen Dimensionen - philosophisch, soziologisch, ökonomisch - diskutiert werden und auf ihre politischen Implikationen untersucht werden.

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